Mit der Bahn durch NRW

Bielefeld – 08.04.2008

April 8, 2008 · Kommentar schreiben

Bielefeld – gibt es nicht! Das weiß doch eigentlich jeder!

Noch nie davon gehört? Dann erst einmal HIER oder HIER klicken und den Artikel lesen!

Und doch habe ich heute versucht dieser Legende einmal nachzugehen. Und? Es stimmt: Bielefeld gibt es wirklich nicht.

Dank der Tatsache, dass ich heute erst um 16.15 Uhr an der Uni sein musste, machte ich mich auf den Weg nach Bielefeld – oder dem was vorgibt „Bielefeld“ zu sein.

Los ging es mit dem „Westfalen-Express“ (RE 6 Zug-Nr: RE 4319) um 12:46 vom Hbf in Bochum nach Bielefeld Hbf.

Es folgte eine schöne 90-minütige Fahrt durchs Westfalenland bis der Zug mit etwa 10-minütiger Verspätung in Bielefeld Hbf ankam.

Dort angekommen, war ich beeindruckt. Wie in der Bielefeldverschwörung schon vermutet, ist an dem Ort an dem die Stadt existieren soll, tatsächlich eine Stadt nachgebaut.

Die „Einwohner“ die sich in Bielefeld bewegen sind eindeutig Schauspieler. Selbst ausländische Touristen werden simuliert, die sich auf Englisch unterhalten. Dies ist aber eindeutig der 1. Hinweis. Denn mal ganz ehrlich: Sollte es Bielefeld wirklich geben…. welcher (ausländische) Tourist würde denn auf die Idee kommen ausgerechnet nach Bielefeld zu fahren?

Naja, ich verließ jedenfalls den Hbf, der extra für das Theater kürzlich renoviert wurde. Hinweis 2: Niemals würde die Bahn einen Hbf einer Stadt wie Bielefeld renovieren, wenn da nicht etwas anderes hinter stecken würde.

Etwa 100m die Straße rauf gings zur U-Bahn. Die Einfahrt per Rolltreppe gestaltete sich als recht interessant, denn es ging kaum runter, jedoch wurde man mit einer etwas seltsamen Musik betört. (Kaum abwärts trotz U-Bahn? Seltsame Musik zur Ablenkung? Da stimmt doch was nicht! —> Hinweis 3.

Nach einer Station war ich dann in der sogenannten Stadtmitte. Man muss sagen die Regisseure haben sich wirklich Mühe gemacht. Stadtstreicher in der Mitte der Fußgängerzone, Kaufhäuser, der obligatorische Saturn; nicht schlecht.

Aber: Nichts ist perfekt im Theater; so auch nicht Bielefeld. An einem Currywurststand auf dem Jahnplatz (dazu später mehr), steht geschrieben: „Die beste Currywurst an der Route 66.“ Ich gebe ja zu, dass die Bundesstraße 66 angeblich nach Bielefeld führt. ABER: „Die beste Currywurst an der Route 66″ – nach was klingt das? Genau einem billigen Theaterstück über US-Truckerromantik.

Die Schauspieler, die in Bielefeld die Einwohner spielen, müssen sich jedenfalls in Scharen an den Stand stellen und dort Currywurst essen. Ich bin auch noch darauf hinein gefallen. Gott sei Dank, denn: Niemand würde dort freiwillig eine Currywurst essen, denn es war einfach nur ne Wurst mit Currypulver und Ketchup – nicht scharf, gar nichts. Furchtbar. Und dann auch noch auf ´nem Teller serviert. Und das „Anne Bude“ – Hallo? Naja, dafür haben wir ihn. —> Hinweis 4!

Die armen Schauspieler, die die Wurst immer essen müssen – naja, ich guckte mich noch einmal um.

Die U-Bahnstation am „Jahnplatz“.

Da gehts in Bielefeld so richtig ab :-)

Danach ging es dann wieder per U-Bahn zum Hbf. Irgendwie hatte ich das komische Gefühl, dass ich die Leute in der U-Bahn und im Bahnhof schon alle kannte. Da fiel es mir wieder ein: Es ist ja deren Aufgabe den ganzen Tag dort zu schauspielern.

Der Hauptbahnhof ist von außen auch sehr schön anzusehen, aber wenn man genau hinschaut (schaut mal durch die Fenster – dahinter ist nichts!) sieht man schon, dass es nur eine Kulisse ist.

Immer gleiche Leute + Bahnhofskulisse —> Hinweis 5!

So, wer immer noch nicht glaubt, dass Bielefeld nicht existiert, den wird Hinweis 6 überzeugen.

Der Zug zurück (Westfalen-Express, RE 6, Zug 4324) war für 14.00 Uhr angegeben. Leider wurde eine 15-minütige Verspätung angezeigt und durchgesagt. Eine 15-Minütige Verspätung bedeutet was? Genau: Sich aufregende Leute, dazu noch sich aufregende Leute, die sich so laut aufregen, dass sie auch sicher gehen können, dass es alle anderen Personen mitbekommen. Leute die telefonieren um ihre (wichtigen!!!) Termine zu verschieben und die auch so laut reden, dass es jeder mitbekommt. Und in Bielefeld? Keine Aufregung, jeder saß irgendwo rum, keine Hektik.

Naja, aber warum sollen sich die Schauspieler auch aufregen? Bezahlt werden sie ja eh, ob sie nun zum Schein in den Zug einsteigen und eine Station fahren oder da dumm herumstehen. Auch nachdem die Bahn die Verspätung von 15 auf 20 Minuten erhöht hat: Keine Anzeichen von Hektik. Hinweis 6 beweist also alles!

BIELEFELD GIBT ES NICHT!!!

Zurück ging es dann mit oben beschriebenem RE, der dann mit 30-minütiger Verspätung wieder in Bochum ankam.

Fazit: Bielefeld. Was soll man da sagen?

Kategorien: Westfalen
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